Die Geschichte des Tragens 

Vielleicht überlegst du schon länger, ob das Tragen das richtige für euch ist? 

Hier erfährst du warum Menschen Traglinge sind und es nur richtig ist dein Kind zu tragen.  

Ein Blick in die Vergangenheit

"Früher gab es keine andere Möglichkeit, als unsere Kinder auf dem Arm zu tragen. Auch hier in Europa wurden alle Kinder immer getragen. Das war gesellschaftlich angesehen und akzeptiert - selbst die Jungfrau Maria wurde auf verschiedenen Gemälden mit dem Jesuskind in eine Art Tragegurt gezeigt. 

Es war zudem üblich, Babys in feste Bandagen einzuwickeln, was sie besänftige und beruhigte. Die industrielle Wohlstandsgesellschaft wollte ihr Kind nicht verwöhnen. Im Zeitalter der Aufklärung verwarf man das >Wickeln< als unnatürlich und hinderlich. Dies hatte zur Folge, dass die Kinder vermehrt schrieen, denn man nahm ihnen die Surrogate des Körperkontaktes. Man gab ihnen keinen vollen Ersatz für die angenehme Wirkung des Druckes durch die Bänder auf ihren berührungsgierigen Leib, sondern ließ sie strampeln und vermehrt schreien" (B. Sichtermann, 1981, S.55)

Nesthocker, Nestflüchter, Tragling...

....und was das für das Tragen bedeutet

Schauen wir uns nun einmal in der Natur um, es gibt Tierbabys wie z.B Kitten die völlig blind, taub und ohne Fell auf die Welt kommen. Sie sind schlicht und einfach ohne ihre Mutter nicht überlebensfähig und voll auf sie angewiesen, sogenannte Nesthocker. 

Und dann gibt es Tierbabys wie beispielsweise Fohlen, die sofort nach der Geburt in der Lage sind der Gruppe zu folgen, und im Notfall zu flüchten, die Augen sind geöffnet und das Fell ist auch schon vorhanden. Deswegen werden sie als Nestflüchter bezeichnet. 

Was sind denn nun unser Menschenkinder für ein Jugentypus? Dies ist schwer zu differenzieren.

B. Hassenstein brachte in den 70er Jahren den Jugentypus "Tragling" ein. Der Tragling wird in zwei Gruppen unterschieden, der aktive Tragling (beispielsweise das Affenbaby, welches sich am Fell der Mutter festklammert) und der passive Tragling (z.B das Koalababy, dass im Beutel der Mutter sitzt). 

Das Menschenbaby stellt sich als aktiver Tragling da, warum? Dazu schauen wir uns den Mororeflex an, den der Kinderarzt testet. Er lässt das Baby nach hinten kippen, das Baby erschrickt, streckt seine Arme auseinander und führt sie dann wieder zusammen. Im Zusammenspiel mit dem Greifreflex zeigen uns diese angeborenen Fähigkeiten, dass wir uns wie unsere Vorfahren an unsere Mutter festklammern wollen. 

Zusammenfassend können wir also sagen, dass es unser Urinstinkt ist, von unsere Mutter getragen zu werden und wir auf die Fürsorge angewiesen sind , da wir sonst nicht überlebensfähig sind. 

Quelle: vgl. Trageschule Hamburg/ Wien Ausbildungshandbuch 2021